Drucken

Neuer Lebensraum für Hummeln (03.12.2008)

Projekt braucht noch Unterstützung

Landkreis Das nächste Jahr ist für die Stiftung Naturschutz ein Geburtstagsjahr. Sie feiert 2009 ihr 25-jähriges Bestehen. Dazu plant die Stiftung eine Reihe von Seminaren, Exkursionen, eine Jubiläumsschrift und eine Festveranstaltung. Bilanz des laufenden Jahres zogen Vorstand und Förderverein der Stiftung Naturschutz im Hotel Roshop in Barnstorf unter der Leitung des Fördervereins-Vorsitzenden Burchard Upmeyer.

In Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg setzt die Stiftung ein Hummelprojekt um. Grund: Die Zahl dieser Insekten habe in den vergangenen Jahren abgenommen. "In Hohenfelde bei Ehrenburg und in Schwarme wurden zwei Flächen unter dem Aspekt des Hummelschutzes bearbeitet und geeignete Einsaatmischungen verwandt", so die Stiftung in einer Pressemitteilung. Aber auch: "Der Erfolg war nur von kurzer Dauer." Gemeinsam mit Prof. Haeseler von der Universität Oldenburg wird die Stiftung weitere Maßnahmen beraten.

"Bei ihrem Orchideenprojekt kann die Stiftung auf ihren eigenen Flächen durch die optimale Pflege die Bestände teilweise sichern", hieß es weiter. Allerdings reiche es für den Erhalt der Orchideen nicht aus, nur die eigenen Flächen zu betrachten: "Viele Einflüsse aus der Umgebung, wie zum Beispiel der Nährstoffeintrag und der Wasserhaushalt aus der Umgebung wirken sich auf die empfindlichen Orchideen aus." Daher ist die Bestandssituation im Landkreis Diepholz als gefährdet anzusehen. Der Förderverein beschloss einstimmig, das Orchideenprojekt mit einem Betrag von 3500 Euro zu unterstützen.

Über das Thema "Große Weidetiere - großer Nutzen?" referierte in Barnstorf Dr. René Krawczynski. Der Ökologe der Technischen Universität Cottbus ging zunächst auf das historische Vorkommen großer Weidetiere, der Megaherbivoren, in unseren Breitengraden ein und der erläuterte die Vorteile der Beweidung im Vergleich zur Mahd.

Seines Erachtens sind neben verschiedenen Rinderarten besonders Wasserbüffel für diese Region geeignet, da sie sehr friedliebende Tiere sind. Wasserbüffel gestalten sich ihr Biotop selbst, in dem sie sich beispielsweise Suhlen selber graben.

Von diesen Wasserlöchern profitieren wiederum andere Tierarten, wie Frösche, Libellen, Heuschrecken, die dann von Störchen, Neuntötern und anderen Vogelarten gejagt werden. "Die sich an den Vortrag anschließende Diskussion zeigte ein großes Interesse der Teilnehmer an diesen Weidetieren", hieß es abschließend. .

Quelle: Diepholzer Kreisblatt vom 03.12.08