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Feier für 25 Jahre Naturschutz (10.11.2009)

Landkreis-Stiftung begeht in Syker Kreissparkasse Jubiläum

Landkreis Diepholz-Syke Zur Geburtstagsfeier kam der "Große Bruder" aus Osnabrück: Gestern Nachmittag hat die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Als Festredner trat in der Kreissparkasse Syke Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) aus Osnabrück, auf und bescheinigte der Stiftung erfolgreiche Arbeit.

Bilder vom Regenwald in Paraguay, Luftaufnahmen von verschmutzten Seewegen in England und plötzlich ein Bild vom Dümmer See in der Power-Point-Präsentation vom Stiftungsvorsitzenden Alfons Hallen. "Das kennen Sie sicherlich alle", sprach er zum Festpublikum. Denn auch jahrzehntelang wurde der zweitgrößte Binnensee in Niedersachsen vernachlässigt. "Der Dümmer wurde eingedeicht und ist voll Schlamm gelaufen", beschrieb Hallen. "Wir sind dabei das Ganze zu reparieren." Ein weiteres Beispiel der Arbeit der Stiftung erblickten die geladenen Gäste beim nächsten Bild: eine Orchideenwiese, grün und violett strahlend. "Das ist in Neubruchhausen. So etwas finden Sie in Niedersachsen sicherlich kein zweites Mal", sagte Hallen nicht ganz ohne Stolz während der Jubiläumsveranstaltung.

Doch Hallen weiß auch, dass Naturschutz finanziert werden muss. "Das kostet alles Geld. Aber man sollte lieber vorher nachdenken, bevor man Geld spart." Die Politiker im Landkreis, von denen gestern in der Sparkasse viele anwesend waren, hätten aber gut gehandelt. Ihnen müsse man danken, lobte Hallen.

Alle Erfolge aus 25 Jahren konnte Hallen natürlich nicht wiedergeben. Dafür gab es am Ende der Veranstaltung für jeden Gast den Bildband "Naturschätze im Landkreis Diepholz".

Der 25. Geburtstag sei "schon eine kleine Besonderheit", teilte die Stiftung in einem Begleitschreiben zur Jubiläumsfeier mit. "Denn 1984 ging der Landkreis Diepholz mit der ersten regionalen ,Landkreisstiftung' neue Wege im Naturschutz." Ziel der Stiftung war es von Beginn an, Naturnutzer und Naturschützer in einem Beirat an einen Tisch zu bekommen, um zu gemeinsam getragenen Ergebnissen zu kommen. "Bürger und Flächeneigentümer sollten miteinbezogen werden." Der Landkreis Diepholz befindet sich in puncto Naturschutz auf einem guten Weg, fand auch DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde. "Es gibt wenig Landkreise mit einer solchen Erfolgsbilanz", lobte er das "Diepholzer Modell". "Sie können stolz auf Ihre Arbeit sein."

Als Beispiel nannte er die Diepholzer Moorniederung. "Dort sind 30 gefährdete Vogelarten zu Hause." Das Projekt habe der "Große Bruder aus Osnabrück" damals mit 500000 Euro gefördert. Und der Erfolg zeige sich auch wirtschaftlich. Brickwedde erwähnte in diesen Zusammenhang die Vermarktung von Produkten der Landschaftspflege.

Für die Zukunft machte der DBU-Generalsekretär fast eine Zusage. Die Bundesstiftung würde 2010 wieder ein Naturschutzprojekt fördern. "Kommen Sie einfach mit einer schönen Projektidee vorbei."

Quelle: Weserkurier vom 10.11.09