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"Wir brauchen die Natur" (02.03.2012)

Stiftung Naturschutz wirbt um sich - und um Zustiftungen

Sulingen "Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur." Fritz Halves weiß, wovon er spricht. Der Vorstandsvorsitzende versteht sich als Botschafter der Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz.

Begleitet von den Stiftungsmitarbeitern Anne Dasenbrock und Jan Kanzelmeier warb Halves jetzt bei Sulingens Bürgermeister Harald Knoop um Akzeptanz für die Stiftung und deren Projekte, auch um offene Ohren für eine mögliche Unterstützung durch die Stadt. Im Gepäck: Die Ausstellung "25 Jahre Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz", mit der Dasenbrock, Halves und Kanzelmeier nicht erst seit gestern durch den Landkreis ziehen und die jetzt noch bis zum 27. März im Sulinger Rathaus zu sehen ist.

"Das Sulinger Rathaus ist eine unserer letzten Stationen", sagt Kanzelmeier. Was nich heißen solle, dass die Stadt Sulingen mit ihren Ortschaften für die Stiftung und ihre Partner Neuland sei. Der Projektleiter spricht von "etwa 20 Vorhaben" die seit Gründung der Stiftung vor nunmehr 28 Jahren in der Stadt beziehungsweise in den Ortschaften umgesetzt worden sind - unter anderem im Flurbereinigungsverfahren Sulingen-Nord. "Dann sind insbesondere die Schlatts und Kleingewässer im Übergang zu den Mooren im Westen der Stadt zu nennen. Projekte, die wir in Zusammenarbeit mit örtlichen Jägern und dem Unterhaltungsverband 'Große Aue' realisieren konnten." Nicht ohne Stolz spricht der Projektleiter von dem der Stiftung eigenen Bergmolchhbiotop in Herelse und den Maßnahmen im Allerbruch, etwa zum Erhalt der am Rande der Ortschft Lindern vorkommenden Orchideenvorkommen (Geflecktes Knabenkraut). "Den Bereich würden wir gerne weiterentwickeln."

Finanziert werden die von der Stiftung begleiteten Projekte durch Unterstützung des Fördervereins und den eigentlichen Erträgen der Stiftung. Fritz Halves: "Zur Zeit verfügen wir über ein Stiftungsvermögen in Höhe von 1,6 Millionen Euro." Leise deutete er an, dass Zustiftungen jederzeit willkommen seien . Auch durch die Stadt oder aus dem Bereich des Mittelzentums.

Das Kuratorium bilden zurzeit neben Landrat Cord Bockhop als Präsident Vertreter des Landkreises Diepholz, der Städten und Gemeinden Diepholz, Stuhr, Weyhe und Syke, des Wasserbeschaffungsverbandes "Syker Vorgeest", der BASF Polyurethanes GmbH, der Abfallwirtschaftsgesellschaft und Burchard Upmeyer als Vorsitzender des Fördervereins der Stiftung.

Halves: "Ziel der Stiftung war seit Gründung und ist heute noch, die Interessen verschiedener Gruppen zu verknüpfen, dazu gehören nicht nur die Umweltorganisationen, sondern etwa auch Angler und Jäger. Die zusammenarbeit in den Gremien zeichnet uns inzwischen aus."

Als einen Arbeitsschwerpunkt sieht die Stiftung das Engagement für den Erhalt von Kleingewässern und Schlatts im Landkreis. So wurden seit Bestehen der Stiftung kreisweit über 300 Feucht- und Wasserbitotope saniert. Seit zwei Jahren bietet die Stiftung auch Schulklassen die Möglichkeit an, die heimische Naturlandschft zu unterstützen.• oti

Quelle: Kreiszeitung vom 02.03.2012