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Der Laubfrosch schweigt (29.11.2012)

Biotop in der „Friedeholzheide“ mithilfe von „Stiftung Naturschutz“ teilsaniert

Bassum - Von Heiner Büntemeyer Das Teichgelände in der „Friedeholzheide“ ist ein stilles Fleckchen Erde. Hier treffen sich Fuchs und Hase, und höchstens die Motoren landwirtschaftlicher Maschinen dringen von den Äckern herüber.

Mit dieser Stille war es allerdings vor einigen Tagen vorbei, denn der Teich in dem rund drei Hektar großen Biotop drohte zu verlanden. Erika Hollwedel erkannte die Gefahr und bat die „Stiftung Naturschutz“ um Rat. Sie und ihr inzwischen verstorbener Ehemann hatten den Teich und den angrenzenden Wald vor 30 Jahren gekauft, denn der Teich sollte verfüllt werden. Viel Zeit, Geld und Arbeit investierte das Ehepaar. „Aber das haben wir nie bereut“, so Hollwedel. Sie pflanzten eine dreireihige Hecke, beseitigten immer wieder Abfälle und freuten sich über die Tiervielfalt. „Mein Mann kannte mehr als 30 Vogelstimmen, und den Laubfrosch haben wir auch gehört“, erinnert sie sich. Inzwischen schweigt der Laubfrosch.

Laub und Schatten, Schwertlilie und Schilf ließen den von mindestens zwei Quellen gespeisten Teich verlanden. Allein konnte Hollwedel die Arbeiten nicht bewältigen. Umso mehr freute sie sich über die Unterstützung durch Jan Kanzelmeyer von der „Stiftung Naturschutz“. Zunächst musste Erika Hollwedel Tannen entfernen. Dann rückte ein Bagger an, um die üppig wuchernden Weiden zu roden und einen Teil des Sees zu entschlammen. Keine komplette Sanierung. Denn in der unberührten Fläche befinden sich in den Sedimenten noch Lebewesen, die im Frühjahr beginnen, den See wieder zu erobern, weil sie erneut optimale Lebensbedingungen vorfinden.

Dann beginnt auch eine Amphibien-Kartierung auf dem Gelände. Bestimmte Tierarten gelten als Indikatoren für den Zustand des Biotops. Dazu zählt insbesondere der Laubfrosch, der bei der letzten Kartierung nicht mehr nachgewiesen werden konnte. „Aber er wird sich wieder ansiedeln“, ist sich Kanzelmeyer sicher. In benachbarten Biotopen ist er noch anzutreffen. Kanzelmeyer hält es sogar für möglich, dass „der kleine grüne Geselle“ zurzeit sogar noch im Uferwald lebt und dort überwintert.

Das Biotop hat jetzt eine optimale Ausstattung. Mit Hilfe des Baggers ist eine flache Landzunge geschaffen worden, die vor dem Steilufer ins Wasser ragt und je nach Witterung vom Wasser überflutet wird oder trocken fällt. „Hier wird sich schon im Frühjahr eine so genannte „Strandlings-Gesellschaft“ ansiedeln, zu der auch die Kröten- und Zwiebelbinse zählt“, erklärt Jan Kanzelmeyer.

In dem Steilufer könnte der Eisvogel wieder Brutstätten anlegen. Sollte er das tun, wäre es ein Zeichen dafür, dass im See auch wieder Stichlinge und Karauschen schwimmen. Das wiederum würde dem kleinen grünen Laubfrosch nicht behagen, denn Fische fressen mit Vorliebe Froschlaich. „Das wird ein Wettrennen“, vermutet Kanzelmeyer, „aber da mischen wir uns nicht ein“.

Die Stiftung Naturschutzbetreut mehr als 300 Biotopflächen im Landkreis, darunter etwa 30 Gewässerstandorte im Raum Bassum – zumeist in Privatbesitz. Die Stiftung muss Besitzer um Erlaubnis bitten, Biotope optimieren zu dürfen. Umso mehr freut es die Stiftung, dass Erika Hollwedel um Mithilfe gebeten hat.

Quelle: Kreiszeitung vom 29.11.2012