100 000 Euro zum Geburtstag

Stiftung Naturschutz wird 30 Jahre alt

Von Simone Brauns-Bömermann

Ströhen - Drei Jahrzehnte Engagement für den Naturschutz: Zum runden Geburtstag präsentierte die Stiftung Naturschutz nicht nur einen neuen Vorstand, sondern freute sich auch über frisches Kapital.

Denn die Flecken Bruchhausen-Vilsen unterstützt die Stiftung mit 100 000 Euro. Damit erhöht sich das Stiftungskapital auf 1,9 Millionen Euro.

Im Europäischen Fachzentrum für Moor und Klima (EFMK) trafen sich Kuratorium, Beirat und Förderverein, um gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen. Der Stiftungsvorstand setzt sich neu aus Heinz Brinkmann (Vorstandsvorsitzender), Volker Meyer (stellvertredender Vorstandsvorsitzender) und Detlef Tänzer (Vorstandsmitglied) zusammen. Schon in einer vorausgegangenen Sitzung war Olaf Miermeister zum neuen stellvertretenden BeiratsVorsitzenden und damit auch Vertreter des Beirats im Kuratorium gewählt worden.

Dem scheidenden Vorstandvorsitzenden Fritz Halves war eines sehr wichtig: "Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur."

Im Kurzbericht des Geschäftsführers der Stiftung Naturschutz, Jan Kanzelmeier, fiel ein Ergebnis positiv auf: "Wir konnten wider Erwarten im Vorfeld in einem Flurbereinigungsverfahren interessierte Landwirte zu Kooperation bewegen." Damit war die Stiftung dem Ziel "Region der 1000 Schlatts im Landkreis Diepholz" wieder ein Stück näher gekommen. Kanelmeiers Fazit: "Wir haben bereits 100 Biotope geprüft, neue Schlatts inmitten landwirtschaftlicher Standorte wieder hergestellt und haben noch alle Hände voll zu tun." Dabei sie der Laubfrosch ein guter Indikator.

Naturschutzbeauftragter Martin Lütjen fasste 30 Jahre Arbeit so zusammen: "Am Anfang hieß es, die Sauflöcher brauchen wir nicht mehr, die kippen wir zu. Heute sind Schlatt-Biotope für Mensch und Tier real entstanden. Das ist ein großer Erfolg."

Warum die Stiftung ein Erfolgsmodell wurde? Für Lütjen basiert dies auf der guten Zusammenarbeit zwischen der Naturschutzbehörde, der Stiftung und derer an der Natur Beteiligten gleichermaßen. "Mit der Einstellung des hauptamtlichen Geschäftsführers Jan Kanzelmeier stellte sich die erforderliche Kontinuität und Verlässlichkeit in der Arbeit ein", fügt er hinzu. Erfolge sah er im operativen Geschäft, in der Nachhaltigkeit durch gezielte Weckung des Bewusstseins für die Natur. Aktuelle Schwierigkeiten klammerte er nicht aus: Flächendruck und Landesraumordnungsverfahren seien zu bedenken.

Wo ist also der Platz der Stiftung in der Zukunft? Dort wo die Anfänge waren, antwortete Lütjen. Sein Apell: "Mit und für die Menschen im Landkreis Natur erhalten und im Dialog bleiben."

Landrat Cord Bockhop fasste es am Ende so zusammmen: "Landflächen haben sich in Euro positoniert, sind damit ins Bewusstsein gerückt. Sie waren immer interessant, nur heute wissen wir es."

Quelle: Kreiszeitung vom 24.11.2014