Dem Laubfrosch mehr als nur ein nasses Bett bereiten (29.01.2013)

Samtgemeinde - Von Marvin Köhnken. Graue ist kein gutes Pflaster für Laubfrösche. Das hat die Stiftung Naturschutz des Landkreises Diepholz in den Jahren 2010 und 2011 festgestellt.

Damals haben die Mitarbeiter die örtlichen Laubfroschpopulationen in der Samtgemeinde kartiert. In einigen Bereichen haben die Mitarbeiter bereits erste Schritte eingeleitet, um den Lebensraum für die Tiere zu verbessern. Nun sollen zeitnah Gewässer-Sanierungsarbeiten in Graue durchgeführt werden.

Das Ergebnis der umfangreichen Bestandsaufnahmen vor zwei Jahren zeigt: In einigen Teilen der Samtgemeinde ist die Anzahl der vor Ort lebenden Frösche minimal bis nicht feststellbar.

Seitdem sind Jan Kanzelmeier vom Landkreis und seine Mitarbeiter bemüht, Maßnahmen zur Bestandssicherung der heimischen Froschart voranzutreiben. Der erste Schritt sei es, beeinträchtigte Gewässer zu sanieren. Maßnahmen zur Entschlammung der Wasserflächen und das Zurückschneiden von ufernahen Pflanzen stehen jetzt auch auf dem Arbeitsplan für den Bereich um Graue.

„Als nächsten Schritt möchten wir die Bedingungen für die Laubfrösche an derart instand gesetzten Gewässern optimieren“, sagt Kanzelmeier. Das umfasse beispielsweise das Anlegen von Hecken. „Dies geschieht zukünftig an geeigneten Plätzen im Rahmen laufender Flurbereinigungsmaßnahmen.“

Während die Frösche zum Laichen unter anderem in die vom Austrocknen bedrohten Schlatts ziehen, benötigen sie im Sommer feuchte Wiesen und im Winter Wälder oder Gehölze, um den Wetterbedingungen widerstehen zu können.

Über diese langfristigen Maßnahmen hinaus hofft Kanzelmeier, dass eine ausgeglichenere Witterung in den nächsten Jahre eine Ausbreitung der Tiere begünstigt. Das zumeist trockene Wetter führte zuletzt über mehrere Jahre zu einem stetigen Rückgang der Laubfroschpopulation.

„Über 300 Gewässer sind im Kreis vorhanden. Die europäischen Laubfrösche kommen zum Laichen häufig zu den Schlatts, die sich aus Regenwasser speisen“, sagt Kanzelmeier. Der Niederschlag allerdings sei vor allem 2010 und 2011 sehr knapp ausgefallen. Das habe ein frühzeitigen Austrocknen der Gewässer zur Folge, bevor die Zeit des Laichens abgeschlossen sei.

Besonders bedroht sind die Laubfrösche laut Jan Kanzelmeier, weil die Tiere erst nach zwei Jahren die Geschlechtsreife erreichen und vor allem in dieser Zeit der ungünstigen Witterung ausgesetzt seien – in einem zunehmend kleiner werdenden Lebensraum. Natürlich spiele dabei die zunehmend intensivere Landwirtschaft in der Samtgemeinde eine Rolle. „Aufgrund dessen können Bestände der Tiere durchaus aussterben“, sagt Kanzelmeier.

„Regelrechte Ansiedlungen von Froschpopulationen planen wir nur, wenn eine natürliche Besiedelung nicht mehr möglich sein sollte.“ Ein solches Vorgehen würde die Züchtung von Froschlaich und Kaulquappen in speziellen Aquarien und dem Aussetzen der Frösche in einem klar umgrenzten Gebiet umfassen.

„Unsere Hoffnung ist es, den vorhandenen Bestand insgesamt zu sichern“, betont Kanzelmeier. Das gelte unter anderem für die Gebiete der Ortschaften Ochtmannien, Scholen, Engeln, und Weseloh wie auch für das Gebiet nahe Arbste – und eben für Graue.

Quelle: Kreiszeitung vom 29.01.2013